Riffaquarium

Der Unterschied zwischen einem Riffaquarium und einem gewöhnlichen Meerwasseraquarium besteht in den darin untergrachten lebenden Korallen und es gibt nichts das sich mit der natürlichen Schönheit und leuchtenden Farbenpracht eines Riffaquariums vergleichen lässt. Der Nachteil von Riffaquarien ist jedoch daß sie zu den schwierigst zu pflegenden und einzurichtenden Aquarien gehören.

RiffaquariumDas Korallenriff ist die Haupt- und damit auch wichtigste Komponente in einem Riffaquarium und bei der Einrichtung eines Riffaquariums muß man die speziellen Anforderungen des Korallriffs berücksichtigen.

Korallen brauchen strömendes Wasser. In ihrem natürlichen Lebensraum gibt es eine ständige, kontinuierliche Wasserbewegung die die Korallenriffe frei von unerwünschten Ablagerungen hält und bei Unterbringung von Korallen in einem Aquarium, einer künstlichen Lebensumgebung, muß man die natürlichen Wasserbewegungen des Meeres im Aquarium nachgestalten. Dazu kann man eine Aquariumpumpe verwenden und, weil eine kontinuierliche Wasserbewegung so wichtig ist, sollte man sichergehen daß man eine verlässliche Pumpe verwendet und diese jede Woche auf ein richtiges Funktionieren überprüfen. Sicherheitshalber sollte man immer eine Ersatzpumpe in Reserve halten.

Zum guten Funktionieren eines Riffaquariums müssen die Wasserwerte, der CO2-Gehalt und die Nitrit- und Nitratwerte ständig kontrolliert und auf einem sicheren Niveau gehalten werden. Wie bei der Wasserströmung ist es auch bei den Wasserwerten wichtig um den natürlichen Lebensraum der Korallen im Aquarium zu simulieren und, weil unterschiedliche Korallsorten unterschiedliche Wasserwerte, Wasserpflanzen und Aquarienfische erfordern, ist es unerlässlich um sich vor der Einrichtung von einem Riffaquarium diesbezüglich hinreichend zu informieren. Jeder Fehler kann zu abweichenden Wasserwerten und selbst zum Absterben des Korallriffs führen.

Korallen für Aquarium Anfänger

Obwohl in jüngster Zeit viele Fortschritte in der Riff-Aquaristik gemacht wurden und die Korallenhaltung damit vereinfacht wurde sind beileibe nicht alle Sorten an Korallen leicht in Leben zu halten und manche Sorten davon fast unmöglich und nur an Experten vorbehalten. Es gibt jedoch auch einige sehr beliebte und auch für Riffaquarium Anfänger geeignete Sorten die nicht nur verhältnismäßig leicht zu halten sind, sondern darüber hinaus auch noch sehr gut aussehen.

  • Scheibenanemonen: Scheibenanemonen (Rhodactis inchoata-Actinodiscus sp.) sind wenig empfindliche Arten, brauchen keine besonders starke Aquariumbeleuchtung und nur eine mittlere Strömung. Scheibenanemonen gibt es in einer Vielzahl an Farben und sind leicht zu vermehren.
  • Brokkoliweichkoralle: Brokkoliweichkorallen (Cladiella sp.) sehen sehr gut aus, sind sehr leicht zu halten und damit eine ausgezeichnete Wahl für Riffaquarium Einsteiger. Sie sind sehr tolerant in Bezug auf Licht- und Strömungsbedingungen und gedeihen in schwachem bis hellem Licht und bei schwacher bis starker Wasserströmung. Zur Vermehrung schneidet man ein Stück ihrer Tentakel ab und bringt dies auf einer festen Oberfläche, wie z.B. lebenden Steinen, an.
  • Röhrenkorallen: Röhrenkorallen (Pachyclavularia sp.) gibt es in den Farben Weiß, Grün und Braun, mit einem weißen Punkt in ihrer Mitte. Sie leben in Kolonien, sind sehr robust, wenig anspruchsvoll an ihre Umgebung, gedeihen bei unterschiedlichen Lichtniveaus und Strömungsstärken und sind darum hervooragend für Riffaquarium Beginner geeignet.
  • Krustenanemonen: Krustenanemonen (Zoanthus) sind Kolonien von kleinen Anemonen und es gibt sie in einem breiten Spektrum an unterschiedlichen Farbtönen. Von grün, rot, blau bis gelb und mit Tupfen und Streifen. Sie sind sehr widerstandsfähig, bevorzugen eine schwache bis mittelstarke Wasserströmung und gedeihen selbst bei schwachem Licht. Obwohl sie bei höheren Lichtniveaus hellere Farben entwickeln.
  • Ohrenlederkoralle: Ohrenlederkorallen (Sinularia dura) sind die wahrscheinlich widerstandsfähigsten Lederkorallen überhaupt. Sie gedeihen am besten bei einer mittleren Lichtstärke und bei einer mittleren bis starken Wasserströmung, können sich jedoch an andere Licht- und Strömungsbedingungen anpassen. Ohrenlederkorallen wachsen sehr schnell und können sich schnell im Riffaquarium etablieren. Die Intensität ihrer Farben ist von der Lichtstärke abhängig.

Korallen konkurrieren und kämpfen um ihre Nahrung und dürfen darum nicht zu dicht nebeneinander im Aquarium platziert werden. Korallen die um Platz kämpfen geben Giftstoffe ins Wasser ab und unter Dauerstress vergiften sie sich selbst und den Rest der Aquariumbewohner damit.

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Riffaquarium einrichten

  • Aquarium kaufen: Die Einrichtung eines Riffaquariums beginnt mit dem Kauf eines geeigneten Aquariumbeckens. Das Becken sollte mindestens 200 Liter Wasser fassen. Besonders bei Anfängern in der Meerwasseraquaristik. In einem 200 Liter Becken kann man fast alle Salzwasserfische und Korallen halten und zudem wird es weniger schnell zu Abweichungen der Wasserwerte (Salzgehalt, PH usw.) als in einem kleinen Fischbecken kommen. Im Prinzip kann man sich auch ein Nano Riffaquarium einrichten und sich dafür einen preisgünstigen Aquarium Komplettset kaufen, für Einsteiger sind größere Aquarien jedoch viel besser geeignet und leichter zu warten. Gleichzeitig braucht man auch noch einen stabilen Unterschrank für das Aquarium. 200 Liter Wasser wiegen 200 Kilo und dazu kommt noch das Gewicht des Aquariums, der Dekorstücke und der Bodenbedeckung. Ein derart schweres Gewicht sollte man nicht auf einer alten Kommode abstellen.
  • Riffaquarium einrichten: Als Bodenbedeckung sollte man sich einen hochwertigen Riffsand aus dem Fachhandel anschaffen und davon eine Lage von mindestens 5-8 cm auf dem Aquariumboden anbringen. Dazu noch die notwendige Menge an lebenden Steinen. Eine solide und dicke Lage aus Riffsand und lebenden Steinen bietet Versteckmöglichkeiten für die Fische und eine feste Oberfläche und genügend Halt für das Korallenwachstum. Zur Aquariumbeleuchtung empfehlen sich T5-Leuchtstoffröhren oder HQI-Lampen. Welche dieser Leuchtmittel zu verwenden hängt vom Lichtbedarf der ausgewählten Korallsorten und der Tiefe des Aquariums ab.
  • Riffaquarium Zubehör: Meerwasser ist Salzwasser und zum Erhöhen des Salzgehalts von Leitungswasser braucht man ein gutes Meersalz. Desweiteren brauchen Korallen eine kontinuierliche Wasserströmung und die dazu erforderliche Aquariumpumpe sollte einen Durchfluß von mindestens 10 mal dem Aquariuminhalt haben. Bei einem 200 Liter Aquarium muß die Pumpe also mindestens 2.000 Liter Wasser pro Stunde umwälzen. Weiteres notwendiges Zubehör sind ein Aquariumfilter, eine Aquariumheizung, ein Eiweißabschäumer und ein Aräometer oder Refraktometer zum Messen des Salzgehalts.
  • Aquarium füllen: Hat man einmal das notwendige Zubehör ist es an der Zeit um das Riffaquarium mit Wasser zu füllen. Am besten verwendet man dabei Umkehrosmose-Wasser. Umkehrosmose-Geräte sind teuer aber wer sein Hobby ernst nimmt braucht ein solches Gerät um Algen und Bakterien, die sich im Riffaquarium vermehren und die Korallen und Fische töten können, aus dem Wasser zu filtern. Zuerst den Filter, die Heizung und Aquariumpumpe anbringen, das Aquarium dann mit Wasser füllen und das Wasser zuletzt mit Meersalz anreichern.
  • Riffaquarium einfahren: Fischkot, Futterreste und die Auscheidungen der Korallen bringen Ammoniak ins Wasser und zu hohe Ammoniakwerte schaden den Aquariumbewohnern. Um die Ammoniakwerte auf einem akzeptabelen Niveau zu halten muß man einen Stickstoffkreislauf im Aquarium schaffen. Dazu braucht man ammoniakabbauende Bakterien, die den Ammoniak in Nitrit umwandeln, und nitritabbauende Bakterien die Nitrit in Nitrat umwandeln. Nitrat ist nur wenig schädlich und kann durch Eiweißabschäumung und regelmäßige Teilwasserwechsel entfernt werden. Ein neu eingerichtetes Riffaquarium enthält nur wenige dieser Bakterien und um genügend Ammoniak und Nitrit abbauen zu können, müssen diese sich erst vermehren. Dazu kann man etwas Fischfutter ins Aquarium geben, so daß die Bakterien mehr Nahrung haben und sich schneller vermehren. Nun kann man nur noch warten und das Wasser regelmäßig auf den Ammoniakgehalt testen. In der Zwischenzeit verdunstetes Wasser durch neues Wasser (ohne Zugabe von Meersalz-Meersalz verdunstet nicht) ersetzen. Bei 0 % Ammoniak im Wasser etwa 20% des Wassers auswechseln und einen Tag später wieder messen. Zeigt die Testapparatur wieder 0% Ammoniak an kann man damit beginnen um Fische und Korallen ins Becken einzusetzen. Bei dem Einsetzen von Fischen und Korallen muß man sehr behutsam vorgehen und pro Woche nur eine Koralle oder einen Fisch ins Aquarium setzen. Zwischendurch immer wieder die Wasserwerte kontrollieren um sicherzugehen daß der wöchentliche Neuzugang den Stickstoffkreislauf nicht überfordert.
  • Aquariumpflege: Um die Nitratwerte und das Algenwachstum unter Kontrolle zu halten und durch die Korallen verbrauchtes Kalzium, Magnesium und Spurenelemente wieder anzufüllen sollte man einen wöchentlichen Teilwasserwechsel von minimal 5% des Aquariuminhalts vornehmen.

Ein tropisches Riffaquarium ist ein gutes Stück teurer als jede andere Art von Aquarium und macht auch viel mehr Arbeit. Tropische Korallriffe sind jedoch das Schönste was die Natur zu bieten hat und mit einem Riffaquarium bekommt man wofür man bezahlt: Ein atemberaubendes Stück exotischer Natur im eigenen Wohnzimmer.