Gegenüber unbepflanzten Aquarien bietet ein Pflanzenaquarium einige
nennenswerte Vorteile und verbessert die Lebensqualität der Aquariumfische. Dazu gehören ein bessere Belüftung,
eine bessere Filtration, eine bessere Verwertung von Fischabfällen und Futterresten und eine erleichterte Kontrolle
des Algenwachstums.
Vorteile von einem Pflanzenaquarium
Filtration:
Lebende Pflanzen im Aquarium sorgen für eine zusätzliche biologische und chemische
Filterung des Aquariumwassers und in einem Pflanzenaquarium braucht man im Prinzip nur einen mechanischen
Aquariumfilter und kann man sich darauf verlassen daß die Wasserpflanzen das Wasser sauberer halten als in
unbepflanzten Aquarien.
Belüftung: Ein
Pflanzenaquarium benötigt keine Luftpumpe um extra Sauerstoff ins Wasser zu bringen. Sauerstoff entsteht als
Nebenprodukt bei der Photosynthese und dem Wachstum der Wasserpflanzen.
Versteckmöglichkeiten: Viele Zierfischsorten brauchen und fühlen sich wohler wenn es ein paar Versteckmöglichkeiten im
Aquarium gibt. Dies gilt besonders für wenig wehrbare Pflanzenfresser. Bei ausreichend Versteckmöglichkeiten fühlen
Sie sich sicherer, haben weniger Stress und es kommt weniger schnell zu Fischkrankheiten wie Columnaris oder der
Weißpünktchenkrankheit.
Futter: Obwohl
viele Fischsorten nicht zu den Pflanzenfressern gehören gibt es viele herbivore Sorten wofur Wasserpflanzen eine
gesunde und nahrhafte Ergänzung zu ihrer gewöhnlichen Ernährung bedeuten und für jede herbivore Fischsorte gibt es
auch die geeigneten Wasserpflanzen.
Algenwachstum:
Unerwünschtes und übermäßiges Algenwachstum ist ein weitverbreitetes Problem bei der Zierfischhaltung. In einem
Pflanzenaquarium konkurrieren die Pflanzen mit den Algen um Nährstoffe und hungern die Algen dabei förmlich aus.
Bei einer Kombination aus lebenden Pflanzen, einer regelmäßigen Wartung und Kontrolle der Phosphat- und Nitratwerte
sollte es zu keinem problematischen Algenwachstum kommen.
Pflanzenaquarium einrichten
Bei der Einrichtung eines Pflanzenaquariums sind drei Faktoren von
größter Wichtigkeit: Beleuchtung, Substrat und CO2.
Aquariumbeleuchtung: Pflanzen brauchen Licht zum Wachsen und jedes Pflanzenaquarium braucht darum auch eine
ausreichende Beleuchtung. Dabei hat man die Wahl aus verschiedenen Lichtsystemen wovon LED-Lampen und T5
Leuchtstoffröhren die wahrscheinlich bekanntesten und meistverwendeten Systeme zur Aquariumbeleuchtung sind. Unterschiedliche Wasserpflanzen erfordern
unterschiedliche Beleuchtungsstärken und vor dem Kauf der Aquariumpflanzen sollte man sich darum gut über deren
Lichtbedürfnisse informieren. Aquarienpflanzen brauchen in der Regel etwa 12 Stunden Licht pro Tag (zu regelmäßigen
Zeiten) und eine Zeitschaltuhr ist dabei eine große Hilfe.
Substrat: Neben
einer guten Beleuchtung brauchen Aquarienpflanzen auch ein gutes Substrat, zur Ernährung und zur Verankerung ihrer
Wurzeln. Die meisten Wasserpflanzen wachsen am Besten in einem etwa 10 cm tiefen, sandigen Bodengrund und bei der
Aquariumreinigung gilt es darauf zu achten den Bodengrund nicht zu stören. Bei der Auswahl des Substrats sollte man
gut über den Mineralbedarf der jeweiligen Pflanzen (Kalzium, Magnesium etc.) informiert sein und das dazupassende,
die notwendigen Mineralien enthaltende, Substrat auswählen.
CO2: Bei der
Photosynthese verbrauchen Pflanzen CO2 und geben dafür Sauerstoff ab. Fische verbrauchen diesen Sauerstoff und
produzieren dabei wieder CO2, das den Pflanzen zunutze kommt. In dichtbepflanzten Pflanzenaquarien ist dies jedoch
oft nicht genug und muß man extra CO2 hinzufügen. Dazu gibt es CO2 Anlagen oder CO2 Tabletten. Ursachen für einen
zu niedrigen CO2-Gehalt im Wasser sind Wasserbewegungen an der Oberfläche, wobei dem Wasser CO2 entzogen wird,
nitrifizierende Bakterien und die Photosynthese der Pflanzen.
CO2 und Beleuchtung gehen Hand in Hand und müssen aufeinander
abgestimmt werden. Zu starkes Licht oder zu lange Lichtperioden können den Pflanzen, bei zuwenig CO2 im Aquarium,
schaden und es kann dabei zu Ablagerungen von Calciumcarbonat (Biogene Entkalkung) auf den Blättern kommen.
Aber auch zuviel CO2, bei nur schwacher Beleuchtung, kann zu Problemen führen. Bei zuwenig Licht kommt es kaum zur
Photosynthese, Pflanzen werden krank und die Fische geraten in Atemnot.
Holländisches Pflanzenaquarium
Bei der Einrichtung eines Aquariums geht es einerseits um den
Aquariumbewohnern ein Zuhause zu schaffen und andererseits soll das Aquarium natürlich auch noch gut aussehen und
ein visuell beeindruckweckendes Schauspiel abgeben. Zur Aquariumgestaltung gibt es einige unterschiedliche Stile
und welchen Stil man wählen sollte hängt von der eigenen Vorliebe und von dem eigenen Können, in Bezug auf wie ein
Pflanzenaquarium zu warten und zu pflegen, ab.
Ein holländisches Pflanzenaquarium ist eine üppige Anordnung von
Pflanzen, mit oft andersfarbigen Blättern, Größen und Texturen. Ein holländisches Pflanzenaquarium fällt sofort ins
Auge und ist am Besten mit der Anordnung von Blumen und Pflanzen in einem Blumengarten vergleichbar. Dieser Stil
versucht Pflanzen, angebracht auf verschiedenen Höhen und Terrassen im Aquarium, hervorzuheben und zu betonen.
Anbringung von starken Kontrasten, wie z.B. Pflanzen mit roten und grünen Blättern nebeneinander, kann sehr
auffällig wirken und einen starken, optisch ansprechenden, Effekt erzeugen. Aquariumgestaltung im holländischen
Stil ist vor allem interessant für Leute mit Aquarien wobei 80%, oder mehr, der Bodenfläche, mit Pflanzen bewachsen
ist.
Holländische Pflanzenaquarien gibt es seit den 30er Jahren des
vorigen Jahrhunderts und erreichten, insbesondere auch durch die rasanten Fortschritte in der Heimaquaristik,
schnell weltweite Bekanntheit und Beliebtheit. Gerade Reihen von Pflanzen werden gewöhnlich als "holländische
Straßen" bezeichnet und es gibt eine breite Palette an Wasserpflanzen Die man dazu verwenden kann. Am meisten
verwendet werden Gruppierungen von sorgfältig beschnittenen Pflanzen, Pflanzen mit kontrastierenden Blattformen und
Pflanzen mit federartigen Blättern.
Einer der wichtigsten Aspekte bei der Haltung verschiedener
Pflanzensorten in einem Pflanzenaquarium ist daß man ausreichend über deren Bedürfnisse informiert ist und sicher
weiß daß Diese bei allen ausgewählten Pflanzen gleich sind. Bei der Haltung zweier Sorten, mit unterschiedlichen
Anforderungen an ihre Umgebung, wird nur eine Sorte gut gedeihen, während die Andere verkümmert oder selbst
eingeht. Alle verwendeten Pflanzen sollten darum diesselben Anforderungen an die Versorgung mit Nährstoffen, die
Beleuchtung, den PH-Wert des Wassers an an die Temperatur stellen. Insbesondere bei holländischen Pflanzenaquarien,
wobei man viele Pflanzensorten verwendet, ist Dies von größter Wichtigkeit.
Wer sich dazu entschließt um ein holländisches Pflanzenaquarium
einzurichten sollte ausreichend Erfahrung mit der Haltung einer Reihe verschiedener Wasserpflanzen besitzen. Für
Anfänger ist dieser Stil meist weniger gut geeignet.
Naturaquarium
Naturaquarien sind ein noch relativ neuer Stil in der
Aquariengestaltung und sind auf einen Japaner namens Takashi Amano, den derzeit wohl einflußreichsten
Aquariumgestalter, zurückzuführen. Naturaquarien haben, im Vergleich zum holländischen Stil, einen eher
minimalistischen Ansatz wobei meist nur wenige Pflanzensorten verwendet werden.
Ein Naturaquarium ist ein Pflanzenaquarium wobei man versucht um
natürliche Landschaften im Aquarium nachzugestalten. Dabei gilt es um einige wichtige Prinzipien einzuhalten: Eine
assymetrische Anordnung der Pflanzen in Kombination mit sorgfältig platzierten Steinen, Felsen oder Treibholz. Der
größte und/oder wichtigste Stein befindet sich dabei immer entweder an der linken oder an der rechten Seite des
Aquariums.
Im Vergleich zu anderen Stilen in der Aquariumgestaltung ist es mit
einem Pflanzenaquarium im natürlichen Stil insbesondere für Anfänger um einiges leichter um ein optisch
ansprechendes Resultat zu erzielen. Vor allem dann wenn man ein Naturaquarium mit felsigem Hintergrund und nur
wenigen Pflanzen einrichten will.